Erstes Treffen mit dem neuen Kultursenator Klaus Lederer, Die Linke

Am 6. März 2017 kam der Rat für die Künste in der Neuköllner Oper zu einem Arbeitstreffen mit Klaus Lederer, Die Linke, dem Berliner Kultursenator zusammen. Anschließend an das vom Rat für die Künste organisierte Wahlhearing im Radialsystem am 29. August 2016, an dem Lederer als damaliger Spitzenkandidat seiner Partei teilgenommen hatte, ging es um eine Überprüfung der vor der Wahl aufgestellten Positionen und die  heutigen Perspektiven für eine Berliner Kulturpolitik der nächsten Jahre. Das offene und angeregte Treffen diente auch dazu, eine regelmäßige Austauschebene mit dem Rat für die Künste als Vertretung der Berliner Kulturschaffenden zu etablieren.

In dem Gespräch betonte Klaus Lederer zunächst die Bedeutung von Kunst und Kultur für Berlin und sprach sich dafür aus, diese nicht auf ihren Wert für Tourismus/Stadtentwicklung etc. zu reduzieren, sondern die Autonomie der Kunst zu stärken.

Als Aufgabenschwerpunkt sieht der Kultursenator zunächst die Aufstellung des Doppelhaushaltes 2018/19 an, der in den nächsten Wochen diskutiert wird und in dem es deutliche Weichenstellungen für eine neue Berliner Kulturpolitik zu etablieren gilt. Weiterführende strukturelle Änderungen z.B. in der Kulturförderung (Fortschreibung der sog. Allgemeinen Anweisung zur Förderung von privatrechtlich organisierten Theatern und Theater-/Tanzgruppen in Berlin etc.) stehen dann in der zweiten Jahreshälfte auf der Agenda.

Als prioritär für die kommende Regierungsperiode nannte Lederer

– den erleichterten Zugang zur Kultur für alle z.B. durch die Aufstockung des Projektfonds Kulturelle Bildung, einem Museumstag mit freiem Eintritt, einer neu eingerichteten Diversity-Beratungsstelle für Kulturinstitutionen,

– die Verbesserung der prekären Arbeitsbedingungen von Kunstschaffenden, u.a. mit der vermehrten Anstellung honorarbeschäftigter Musikschullehrer*innen,

- den Vorrang von Maßnahmen, die in die Breite wirken (z.B. Stärkung der bezirklichen Kulturarbeit) vor der Förderung von Leuchtturmprojekten,

– die Stärkung partizipativer Prozesse.

Dazu soll es u.a. halbjährliche Treffen mit dem Rat für die Künste geben, auf denen Schwerpunkte, Anregungen und Ziele diskutiert werden.

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