Chronologie

Der Rate für die Künste in Berlin: die Gründung

Gespräche mit Persönlichkeiten aus Kunst, Politik und Verwaltung und den Mitgliedern der Abteilung über die Berliner Theatersituation nach der Schließung des Schillertheaters 1993 und zur Brandenburger Theatersituation standen am Anfang der Bemühungen.

Das bekannt werden der drastischen Kürzung der Bundesmittel war für die Abteilung Darstellende Kunst der Akademie der Künste Anlass für die Einladung der Berliner Kulturinstitutionen zu einem Treffen unter dem Motto "Notruf der Berliner Kultur" am 25. September 1994. Über 50 künstlerische Einrichtungen aller Sparten waren gekommen, um über Maßnahmen zu beraten, die geeignet sind, der schleichenden Preisgabe von Kunst und Kultur entgegenzuwirken.

Spontan gründete sich auf diesem Treffen ein Komitee von Vertretern aller Sparten und Bereiche, das sich in einem treuhänderischen Sinne für die Kultur Berlins verantwortlich fühlt.

Das Komitee, das als Rat für die Künste in Berlin zu arbeiten begann, vertrat bald mehr als 250 kulturelle Einrichtungen. Der Rat für die Künste machte sich zur Aufgabe:

  • Gespräche mit Politikern von Regierung und Opposition zu führen,

  • die Sachdebatte mit der Kulturverwaltung Berlins aufzunehmen  und

  • die Öffentlichkeit über gemeinsame Aktionen möglichst vieler Kultureinrichtungen der Stadt auf die akute Notlage und Gefährdung der Berliner Kulturlandschaft aufmerksam zu machen.

Dies vor allem mit dem Ziel, Berlin vor weiteren irreparablen Schäden im kulturellen Netz bis zum Umzug von Parlament und Regierung zu bewahren.

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Rat für die Künste in Berlin
Selbstverständnis

Der Rat für die Künste in Berlin vertritt die Interessen von Kunst und Kultur gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Er wird getragen von über 250 Berliner Kulturinstitutionen und -initiativen aller Sparten und Größen, mit denen er sich regelmäßig in Plenarversammlungen abstimmt. Er organisiert den Sparten- und Institutionen übergreifenden Sachverstand, sorgt für  einen interdisziplinären kulturpolitischen Austausch und gibt in Gesprächen, Veröffentlichungen und Veranstaltungen Empfehlungen an die Öffentlichkeit und die politisch Verantwortlichen.

Der Rat für die Künste in Berlin ist parteipolitisch und institutionell unabhängig.

Der Rat für die Künste in Berlin hat keine verfasste Struktur, weil er den kulturellen und kulturpolitischen Diskurs als einen lebendigen Prozess begreift, der die gesellschaftlichen

Umbrüche reflektiert und begleitet. Die Mitglieder des Rates für die Künste in Berlin vertreten -  ungeachtet ihrer unterschiedlichen institutionellen, parteipolitischen und professionellen Interessen - im Namen des Rates für die Künste in Berlin die Positionen, die interdisziplinär und interinstitutionell abgewogen und abgestimmt worden sind. Die Basis ist das gegenseitige Vertrauen der Mitglieder.                                       

Berlin, im Dezember 1995

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